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Wie viel Fußball ist am Arbeitsplatz erlaubt?
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 läuft noch bis zum 19. Juli, einige Spiele finden nach deutscher Zeit mitten in der Nacht statt. Je nach Vorliebe dürfte so mancher Arbeitnehmer eine private Nachtschicht einlegen – mit möglichen Folgen für den nächsten Arbeitstag. Diese und andere WM-Konstellationen mit Auswirkungen auf die Erwerbsarbeit stellen wir nachfolgend dar.
Früher Schluss wegen des Spielanpfiffs?
Nein, zumindest nicht ohne deine Zustimmung. Die normale Arbeitszeit gilt auch während eines Turniers. Es gibt keinen Anspruch auf vorzeitigen Feierabend, auf Sonderregelungen oder auf die Erlaubnis, Spiele am Arbeitsplatz zu verfolgen. Wer den Arbeitsplatz während der Arbeitszeit verlässt, um ein Spiel zu sehen, riskiert eine Abmahnung. Im Wiederholungsfall kann sogar eine fristlose Kündigung möglich sein.
Viele Arbeitgeber zeigen sich während großer Turniere kulant: TV im Pausenraum, gemeinsames Schauen nach Feierabend, flexible Zeitregelungen an Spieltagen. Das ist deine Entscheidung, kein Recht der Beschäftigten.
Urlaub wegen Fußballfieber
Wer während der WM Urlaub nehmen möchte, kann das beantragen. Du musst Urlaubswünsche in der Regel berücksichtigen, außer bei dringenden betrieblichen Erfordernissen.
Wer rechtzeitig beantragt und Glück hat, bekommt seinen Urlaub. Wer zu spät fragt oder auf Kulanz hofft, hat schlechtere Karten. Spontane Kurzurlaube direkt vor dem Endspiel sind erfahrungsgemäß schwer durchzusetzen.
Krankfeiern wegen der WM
Das Thema begleitet jede Weltmeisterschaft im Fußball. Nach einem Spätspiel erscheint der nächste Morgen besonders schwer. Gut ein Sechstel aller Beschäftigten hat laut einer aktuellen Umfrage bereits zugegeben, sich für ein Fußballspiel schon einmal krankgemeldet oder zumindest darüber nachgedacht zu haben.
Rechtlich ist das eindeutig: Wer nicht krank ist und sich krankmeldet, begeht eine Pflichtverletzung. Das kann eine Abmahnung und bei Wiederholung eine Kündigung nach sich ziehen. Du musst zunächst glauben, dass jemand krank ist. Hat allerdings jemand vorher lautstark angekündigt hat, dass er das Spiel nicht verpassen und notfalls am Folgetag „ausschlafen“ will, darfst du der Sache selbstverständlich nachgehen.
Fußball, Alkohol und der nächste Dienst
Insbesondere an Maschinen, im Straßenverkehr und in sicherheitskritischen Bereichen gilt ein absolutes Alkoholverbot am Arbeitsplatz. Arbeitgeber dürfen arbeitsunfähige Mitarbeiter nicht einsetzen, auch restalkoholisierte Beschäftigte zählen dazu. Eine klare, transparent kommunizierte innerbetriebliche Regelung schützt beide Seiten.
Was HR und Payroll tun können
- Gemeinsame Regeln kommunizieren: Was ist erlaubt, was nicht?
- Flexible Arbeitszeit anbieten: Gleitzeitkonten für Spätspiele oder Nachtspiele nutzen
- Urlaub rechtzeitig koordinieren: Besonders für den Zeitraum 14. bis 25. Juni und mögliche K.o.-Spiele freihalten
- Public Viewing nach Feierabend: Gemeinsame Events fördern den Zusammenhalt
FAQ
Nein. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gelten die regulären Arbeitszeiten. Beschäftigte haben keinen gesetzlichen Anspruch auf früheren Feierabend, Sonderurlaub oder das Verfolgen von WM-Spielen während der Arbeitszeit. Nur wenn der Arbeitgeber zustimmt oder flexible Arbeitszeitmodelle anbietet, sind entsprechende Regelungen möglich.
Ja. Wer Spiele der Fußball-WM live verfolgen möchte, kann regulär Urlaub beantragen. Der Arbeitgeber muss Urlaubswünsche grundsätzliche berücksichtigen, sofern keine dringenden betrieblichen Gründe oder vorrangige Urlaubswünsche anderer Beschäftigter entgegenstehen. Gerade bei beliebten Spieltagen empfiehlt sich eine frühzeitige Urlaubsplanung.
Nein. Wer sich ohne tatsächliche Erkrankung krankmeldet, um ein WM-Spiel zu verfolgen oder nach einer langen Fußballnacht auszuschlafen, verstößt gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Dies kann arbeitsrechtliche Konsequenzen wie eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall sogar eine Kündigung nach sich ziehen.
Grundsätzlich nein. Es besteht kein Anpsruch darauf, Fußballspiele während der Arbeitszeit im Livestream, Fernsehen oder auf dem Smartphone anzusehen. Ob Public Viewing, Fernseher im Pausenraum oder flexible Regelungen erlaubt sind, entscheidet allein der Arbeitgeber. Viele Unternehmen zeigen sich bei großen Turnieren jedoch kulant.
Klare und transparente Regelungen schaffen Rechtssicherheit und vermeiden Missverständnisse. Empfehlenswert sind frühzeitige Informationen zu Arbeitszeiten, Urlaub, Public Viewing und Alkohol am Arbeitsplatz. Flexible Arbeitszeitmodelle oder gemeinsame WM-Events nach Feierabend können zusätzlcih die Mitarbeitermotivation und den Teamzusammenhalt stärken.