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Arbeitszeitbetrug im Home-Office
Seit der Pandemie gehört das Homeoffice in vielen Betrieben zum Alltag, mehr Freiheit, weniger Pendeln und mehr Effizienz. Doch mit dieser Flexibilität wächst auch das Risiko eines mehr oder weniger ausgedehnten Arbeitszeitbetruges, oft mit spürbaren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Im Ergebnis kann solches Handeln auch den betroffenen Beschäftigten selbst schaden, bis hin zu einer fristlosen Kündigung.
Ist Kontrolle besser?
Eine konsequente Dauerüberwachung ist aus verschiedenen Gründen keine Option. Trotzdem musst Du sicherstellen, dass Arbeitszeiten auch aus den heimischen Büros verlässlich und nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Gerichte urteilen an dieser Stelle gerne streng. Schon ein Verdacht oder der Versuch einer Manipulation reicht aus, um arbeitsrechtlich durchzugreifen – unabhängig vom entstandenen Schaden.
Klar ist aber auch, dass Vertrauensarbeitszeit kein Synonym für blindes Vertrauen sein darf, gerade bei flexiblen Arbeitsmodellen sind deutliche Strukturen unabdingbar.
Homeoffice braucht klare Regeln
Ohne feste Abläufe kann die Arbeit von zuhause aus schnell an Spannung und Effektivität verlieren. Und ohne digitale Zeiterfassung wird die nächste Lohnabrechnung oder ein möglicher Streitfall zur Baustelle. Excel-Listen oder spätere Korrekturen bringen in solchen Fällen weder praktisch noch rechtlich etwas.
Als Personalmanager solltest Du stets aufzeigen können, dass Du alles unternommen hast, um die Arbeitszeiten korrekt zu erfassen. Denn im Ernstfall liegt die Beweislast bei Dir.
Digitale Systeme sind dafür nicht nur hilfreich, sondern geradezu eine Pflicht. Mit Blick auf die auch in Deutschland geltende verpflichtende Erfassung der Arbeitszeiten gilt dies umso mehr. Zwei gute Argumente also, um den guten alten Stundenzettel in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken.
To Do für Personalverantwortliche
- Klare Arbeitszeitmodelle für das Homeoffice festlegen, am besten schriftlich
- Ein digitales, revisionssicheres Zeiterfassungssystem nutzen
- Prozesse auf rechtssichere Dokumentation prüfen
- Bei Verdacht auf Arbeitszeitbetrug rechtlich korrekt reagieren
- Zeiterfassungsdaten automatisiert in die Lohnabrechnung integrieren
- Mitarbeiter zur Dokumentationspflicht sensibilisieren